Lefkada – Jogol, Tanzen, Strand und Sturm

Nachdem wir meine Eltern auf Korfu getroffen haben, geht die Besuchstour gleich weiter. Jakob und Gogol sind ganz in der Nähe auf Lefkada, wo sie vor genau einem Jahr geheiratet haben. Das schreit förmlich nach Party!


Wir bleiben noch eine Nacht in Kerkyra – Kraft sammeln für die Feierwoche, die vor uns liegt. Am Donnerstag nehmen wir die Fähre zurück und machen Frühstückspause in Plataria, als Jakob uns anruft und darum bittet, Aron, Marissa und Moritz aus Igoumenitsa mitzunehmen. Gesagt, getan. Wir fahren die 10 Kilometer zurück, verfrachten Marissa und Moritz in die hinteren Reihen und Aron auf unseren dritten vorderen Platz. Es folgt eine witzige Fahrt Richtung Süden mit viel blödem Herumgelaber, bis wir schließlich Aghios Nikitas auf Lefkas erreichen.

Dort erwartet uns eine Überraschung: Nicht nur Jakob und Gogol sind da, sondern auch Jakobs Mutter nebst großer Geburtstagsfeiergesellschaft. Es werden der 60. Geburtstag von Jakobs Mutter und der 50. Geburtstag ihrer besten Freundin gefeiert. Beide kennen wir bereits von der Hochzeit letztes Jahr, genau so wie einen Haufen der Gäste. Statt wilder Strandparty erwartet uns nun erst mal ein riesiges Essen. Wir fühlen uns zunächst wie Eindringlinge und es braucht ein wenig Überredungskunst, bis wir davon überzeugt sind, wie willkommen wir sind.

Am nächsten Tag fahren wir alle zum Hochzeitsstrand, Avali Beach. In kleiner Gruppe organisieren wir noch die letzten Dinge für die Party am Abend – Erinnerungen an die Hochzeitsvorbereitungen werden wach.

Danach liegen wir alle faul in der Sonne herum und springen in die unnatürlich hohen Wellen. Gewürzt wird das Miteinander durch Jakobs neue Griechisch-Kenntnisse und die Reaktionen der Griechen/-innen darauf: „Wale ladi kella wradi!“, „Oreo kolleraki“ und „mounara“ sind nur einige seiner vielen griechischen Weisheiten……

Am Abend trudeln nach und nach die Gäste ein. Aus dem großen Essen und der Sitzparty wird ziemlich bald ein wilde Tanzparty, die bis in die frühen Morgenstunden andauert. Dann versammelt sich der verbliebene Rest ums Lagerfeuer und bei Mondlicht und aufgehender Sonne werden die letzten Ouzo getrunken. Silas und ich verkrümeln uns Richtung Bob und fallen nach einem beeindruckenden Blick über die mondbeschienene Bucht in seeligen Schlaf.

Der nächste Tag ist entspannt. Alle schlafen viel und lange. Es wird gemütlich das eine oder andere Bier getrunken. Selbst Jakob bringt nicht die Energie auf, uns zu Ouzo-Exzessen zu zwingen. Wir genießen die Sonne, den Strand, das Meer und sind alle ziemlich glücklich mit unserem Leben.

Am kommenden Morgen machen wir uns alle auf Richtung Nidri, wo die Geburtstagsgesellschaft Boote reserviert hat. Wir werden tatsächlich zum Motorboot fahren eingeladen (riesiges Dankeschön an Tom!). Unsere kleine 6er-Truppe hat ein eigenes Motorboot, mit dem wir Jakob als allererstes zu einem Arbeitstermin bringen. Während er sich eine Stunde lang ein Schiff anschaut, legen wir bei einem Café an und essen und trinken erst einmal ordentlich. Als Jakob zurück kommt, fahren wir in die Nachbarbucht, treffen die anderen und springen ins Wasser. Als wir weiter um die Insel herumfahren, wird es am Horizont plötzlich immer dunkler. Erste Bedenken werden laut und wir machen uns auf den Weg zurück in den Hafen. Allerdings nich schnell genug.

Wir fahren direkt in den Sturm hinein. Wellen werden höher und höher und unser kleines Boot springt vom Berg ins Tal und wieder hoch. Wir kreischen und lachen, ein irrsinniger Spaß. Als dann doch mal der Gedanke kommt „War das vielleicht doch keine so gute Idee?“, drehe ich mich einmal zu Jakob um und bin beruhigt. Der verrückte Captain Nemo steht am Steuer, eine monströse schwarze Wolkenwand im Rücken, Wellen schlagen ihm ins Gesicht und er lacht wie ein Wahnsinniger – alles gut. Nach einer langen Fahrt durch Wellenberge, kalten Regen und Hagel kommen wir klatschnass aber guter Dinge am Hafen an. Unser Boot ist das erste. Nach einer ganzen Weile trudelt das zweite ein. Dessen Besatzung ist deutlich weniger glücklich. Es scheint, dass sie den Sturm als wesentlich ernster wahrgenommen haben als wir. Auch die Insassen von Boot Nummer drei sind völlig fertig: Sie sind auf der Privatinsel eines russischen Milliardärs notgelandet. In nagelneuen, einheitlich weißen T-Shirts kommen sie zurück in den Hafen, nachdem der Regen nachgelassen hat. Auch sie sind völlig erledigt. Da kann man sich nun streiten wie man möchte. Wir hatten einen Riesenspaß auf dem Wasser – die anderen Todesangst. Am Abend gab es jedenfalls viel zu erzählen und die Wellen sind dabei regelmäßig größer geworden… 😉

Zum Abschluss gönnen wir uns noch einen richtigen Strandtag mit unfassbar viel Sonne und Meer. Am Abend gibt es ein letztes Mal Moussaka in Silas‘ Lieblingsrestaurant und dann ab ins Beet – am Morgen wollen wir früh weiter!

PS: Ich hoffe, dass demnächst noch weitere Fotos eintrudeln… 🙂

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