Luftige Klöster und sengende Sonne

von Mia

Von Lefkada aus reisen wir Richtung Thessaloniki. Die Frage war nur: Nördlich oder südlich, Meteora oder Delphi? Wir haben uns für die nördlichere Route entschieden, um uns auf dem Weg die Klöster in den Bergen anzuschauen.


Wir sind also wieder in den griechischen Bergen unterwegs. Und die sind nicht ohne! Silas ist mehrmals an ein Alpenpanorama erinnert und Bob bleibt an einer Stelle schlicht die Spucke weg. Die Autobahn ging schleichend immer höher, ohne dass wir es bemerkt haben. Bob dagegen ist bei 36° im Schatten und der zunehmenden Anstrengung plötzlich sehr heiß geworden… Nachdem wir den Motor eine Stunde lang haben auskühlen lassen, machen wir uns (diesmal vorsichtiger) wieder auf den Weg. Die Berge werden steiler, wir verlassen die Autobahn und fahren Serpentinen hoch und runter. Das gefällt Bob definitiv besser und ohne noch einmal zu murren, fährt er uns über jede noch so starke Steigung.

Wir machen Pause an einer ganz offensichtlich heiligen Trinkwasserquelle. Sie scheint ein Pilgerplatz für all die Truckerfahrer zu sein, denn alle 5 Minuten hält ein anderer LKW, um seine Trinkwasservorräte dort aufzufüllen. Auch wir nutzen das klare Wasser und kochen uns am Abend leckere Nudeln damit.

Am nächsten Tag erreichen wir endlich Meteora! Schon von unten herauf ist der Blick auf die Felsen und Klöster überwältigend und nur schwer zu beschreiben. Mitten auf den unzugänglichsten Spitzen stehen risiege Bauten, die von unten betrachtet aber doch nur klein aussehen. Wie haben die Menschen nur all das Zeug da hoch bekommen? Und warum?

Mittlerweile können alle Klöster relativ entspannt besucht werden. Es gibt Straßen, Parkplätze und dann nur ein paar Treppenstufen im Felsen, bis man plötzlich oben steht. Ein atemberaubender Blick erstreckt sich vor einem und man versteht, warum Menschen einen so beschwerlichen Aufstieg auf sich nehmen.

Was ich interessant finde, sind die nach wie vor strikten Regeln für Frauen: Schultern müssen bedeckt sein und Hosen (egal welcher Länge) sowie Röcke-kürzer-als-Knie müssen mit einem dicken Stofftuch verdeckt werden. So weit, so gut. Wer unbedingt religiöse Stätten besuchen möchte, hält sich an die dort geltenden Regeln. Erstaunlicher ist jedoch, dass es in Griechenland noch Orte gibt, an denen Frauen schlicht keinen Zutritt haben. Die orthodoxe Mönchsrepublik Berg Athos, die den gesamten dritten Finger von Chalkidiki umfasst, ist nur mit dem Boot erreichbar und das auch nur für Männer. Die gesamte Halbinsel ist sowohl für Frauen als auch für weibliche Tiere (abgesehen von Katzen und Bienen) gesperrt…

Da kam mir nur der Gedanke, wie verwunderlich es doch ist, dass sich so manche europäische Touristin darüber mokiert, für einen Moschee-Besuch ein Kopftuch auf’s Haupt setzen zu müssen, während es in Griechenland noch einen ganzen Landstrich gibt, der Frauen verboten ist…

Wir besuchen jedenfalls die Klöster Varlaam und Aghia Triada. Das erste bleibt uns in Erinnerung wegen der düster-brutalen Fresken, auf denen die Tode sämtlicher Märtyrer der christlichen Geschichte dargestellt sind (es sieht genauso furchtbar aus wie es klingt). Das zweite war besonders bemerkenswert wegen des einmalig anstrengenden Aufstiegs und des atemberaubenden Blicks. Außerdem hat es mal als Schauplatz für James Bond gedient:

Leider ist es viel zu heiß. Es ist der heißeste Tag bisher und das empfinden nicht nur wir so. Auch die Griechen stöhnen über die Hitze. Wir halten es nicht lange in den Bergen aus. Nach unseren Besuchen in den Klöstern klettern wir in den aufgeheizten Bob und fahren Richtung Wasser – Thessaloniki, wir kommen!

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