Zwischen Samsun und Hopa

von Mia

Von Samsun fahren wir weiter Richtung georgische Grenze, immer entlang des schwarzen Meeres.


Die Gegend am schwarzen Meer ist berühmt für ihren Tee und für ihre Haselnüsse. Bei Ordu befindet sich das Zentrum der Haselnüsse: Circa 75 % der weltweiten (!) Haselnüsse kommen von den Berghängen zwischen Samsun und Georgien und 1/3 davon ist aus Ordu. Je östlicher wir fahren, desto mehr Berghänge voller Teepflanzen und Haselnusssträucher sehen wir. Gerade ist Haselnussernte und überall liegen riesige Planen voller Haselnüsse zum Trocknen aus. Wo wir auch hinkommen, irgendjemand schenkt uns immer mindestens eine Handvoll Haselnüsse. Geknackt werden sie hier übrigens mit den Zähnen, Nussknacker haben wir keine gesehen.

Das türkische Nationalgetränk Cay wird ebenfalls hier in der Region angebaut. Berghänge voller tiefgrüner Teepflanzen säumen die Region am schwarzen Meer zwischen Trabzon und der georgischen Grenze. Besonders die Stadt Rize ist berühmt für ihren Tee. So seltsam es für alle klingt, die wissen, wie essentiell Tee in der türkischen Kultur verankert ist – so lange gibt es den Teeanbau noch nicht in der Türkei: Erst in den 1920er/1930er Jahren wurde erstmals Tee in der Region rund um Rize angepflanzt. Nach durchschlagendem Erfolg werden heute jährlich knapp eine Million Tonnen Tee geerntet. Trotzdem ist die Türkei kein Tee-Exporteur – die Erträge können gerade einmal die eigene Nachfrage abdecken…

Wir sitzen also am Strand, trinken Cay und essen Haselnüsse. Alle paar Tage fahren wir ein paar Kilometer weiter und versuchen so, unsere Zeit in der Türkei noch ein wenig auszudehnen. Am langen Strand (Uzunkum) bei Ünye bleiben wir ein paar Nächte, weil es einfach so schön ist. In Trabzon holen wir unsere Keilriemen ab (Danke, Mama!) und in Orf bei Trabzon entdecken wir die türkische Variante von Schrebergärten.

Dann wird es Zeit, an die Grenze zu fahren. Schon Kilometer vorher stehen die LKWs auf der rechten Spur Schlange. Als wir die Grenzstation erreichen, müssen wir uns bei den PKWs hinten anstellen – und warten. Nach drei Stunden geduldigem Rumstehen und Nüsse essen, dürfen wir die Grenze problemlos überqueren. Tadaaaa! Wir sind in Georgien!

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