10.000 km – unser Wendepunkt

von Mia (und Silas)

Wir sind am östlichsten Punkt unserer Reise angekommen. Scheiß auf China, wir drehen um.


Auch wenn Silas in den letzten Monaten groß rumgetönt hat, dass wir jetzt nach China fahren, war uns beiden eigentlich von Anfang an klar, dass China nur ein Ziel ist, um überhaupt ein Ziel zu haben. Wir haben versucht für Planänderungen offen zu bleiben und uns deshalb auch bereits in Istanbul um ein Visum für den Iran oder Russland bemüht – leider vergeblich. Es hieß also weiterfahren. Aber jetzt in Tbilisi und insbesondere nach unserem Abstecher in die Wildnis von Vashlovani ist uns klar geworden: Wir haben eigentlich gar keinen Bock mehr darauf, weiter zu fahren. Unser Fernweh wurde mehr als befriedigt und ist einfach verschwunden. Wir beide haben das Gefühl, jetzt weit genug gefahren zu sein und auch unser Glück angesichts von Schotterpisten und Kamikaze-Fahrern mehr als ausgereizt zu haben.

Wir haben das Gefühl, zu viel gesehen zu haben. So langsam können wir neue Städte, Länder, Menschen gar nicht mehr richtig aufnehmen und brauchen zwischendurch viel länger, um uns von Standortwechseln zu erholen. Wir ertappen uns dabei, wie wir vergleichen: „Ja, ganz nett, aber verglichen mit Dubrovnik – ich weiß ja nicht.“ Das finden wir gegenüber den Ländern, die eher am Ende unserer Route liegen, ungerecht. Wären wir direkt dorthin geflogen, hätten sie uns genauso beeindruckt wie jeder andere wunderschöne Ort, an dem wir waren. Doch da wir in den vergangenen 10 Monaten (!) so viele Eindrücke aufnehmen und verarbeiten mussten, kommt jetzt schon in Georgien Manches zu kurz – was uns furchtbar leid tut.

Wir haben also beschlossen, eine Fähre von Batumi nach Burgas in Bulgarien zu nehmen. Wir fühlen uns gerade einfach nicht in der Lage, noch einmal die komplette Schwarzmeerküste zurückzufahren und wollen auch Bob mal eine Pause gönnen. Von Bulgarien aus fahren wir durch die Türkei zurück nach Thessaloniki, wo wir für einen Monat bei Magda und Anestis eingeladen sind. Dort wollen wir eine kreative und sportliche Auszeit nehmen.

Dann geht es im November gemächlich über osteuropäische Städte wie Sofia, Belgrad, Budapest, Bratislava und Prag nach Würzburg, wo wir unsere kleine Nichte (+ ihren leidigen Anhang ;)) endlich wiedersehen! Und dann geht’s ab in die nordische Heimat! Bob kommt in die Scheune und darf seinen wohlverdienten Winterschlaf halten und wir werden bei Mias Familie erst einmal eine Weile die Seele baumeln lassen. Und dann schauen wir einmal, ob wir den unsäglichen Januar noch irgendwo im Warmen verbringen…

By the way: Wir würden gerne zurück nach Berlin gehen. Uns ist aufgefallen, wie extrem wir unser Berlin vermissen und dass sie einfach die großartigste Stadt der Welt ist. Dafür sind wir dann natürlich auf Wohnungs- und Arbeitssuche. Wer also von einer kleinen Bude für uns zwei hört oder Ideen für Jobs hat, ist hiermit auf’s Herzlichste eingeladen, uns davon zu berichten 🙂

2 Gedanken zu „10.000 km – unser Wendepunkt

  1. Christin sagt:

    Hallo ihr zwei,
    Ich suche gerade eine Wohnung.
    Dann könntet ihr meine jetzige Wohnung haben.
    Kreuzberg.
    Viele Grüsse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.